Das Wichtigste in Kürze
- Am wirksamsten sind zwei Prinzipien: aktives Abrufen (sich selbst abfragen) und verteiltes Wiederholen (in Abständen statt am Stück).
- Reines Nochmal-Lesen und Markieren fühlt sich produktiv an, bringt aber vergleichsweise wenig.
- Welche Methode passt, hängt vom Stoff ab: Fakten, Zusammenhänge, Abläufe oder Sprache.
- Die verbreitete Einteilung in „Lerntypen“ (visuell, auditiv …) ist wissenschaftlich nicht belegt - besser mehrere Kanäle kombinieren.
- Pausen, Schlaf und eine ruhige Umgebung gehören zum Lernen dazu.
Die zwei Grundprinzipien
Aktives Abrufen
Statt Stoff wieder und wieder zu lesen, fragen Sie sich selbst ab: Karteikarten, Probeaufgaben, Erklären ohne Vorlage. Jedes Abrufen festigt das Gedächtnis.
Verteiltes Wiederholen
Lieber fünfmal 20 Minuten über mehrere Tage als einmal 100 Minuten. Mit wachsenden Abständen wiederholt, bleibt Wissen länger.
Lernmethoden im Vergleich
| Methode | So geht es | Gut für |
|---|---|---|
| Karteikarten / Lernkartei | Frage vorne, Antwort hinten, Wiederholen nach dem Leitner-Prinzip | Fakten, Begriffe, Vokabeln |
| Feynman-Methode | Thema so erklären, als spräche man mit einem Kind; Lücken nachlernen | Zusammenhänge, Verständnis |
| Mindmap | Thema in die Mitte, Unterthemen als Äste | Überblick, Struktur, Brainstorming |
| Fünf-Schritt-Lesemethode (SQ3R) | Überblick, Fragen, Lesen, Wiedergeben, Wiederholen - nach F. P. Robinson (1946) | Lehrbücher, Fachtexte |
| Loci-Methode (Gedächtnispalast) | Begriffe gedanklich an Orten eines bekannten Weges ablegen | Listen, Reihenfolgen, Reden |
| Probeprüfung | Alte Klausuren oder eigene Fragen unter Zeitdruck lösen | Prüfungsvorbereitung |
| Lernen durch Lehren | Stoff anderen erklären, in der Lerngruppe abfragen | Festigen, Lücken finden |
| Pomodoro-Technik | 25 Minuten konzentriert, dann Pause | Konzentration, Aufschieben überwinden |
So finden Sie Ihre Methode
In vier Schritten zur passenden Lernmethode
Schritt 1: Stoff einordnen
Fakten, Zusammenhänge, Abläufe, Sprache? Die Art des Stoffs bestimmt die Methode.
Schritt 2: Kombinieren
Lesen allein reicht nicht - immer mit Abrufen kombinieren.
Schritt 3: Planen
Wiederholungen in den Kalender eintragen - siehe Lernplan erstellen.
Schritt 4: Überprüfen
Nach ein paar Tagen testen: Was sitzt? Was nicht? Methode anpassen.
Gut zu wissen: Der Gedanke, jeder Mensch sei ein fester „Lerntyp“ (visuell, auditiv, haptisch) und lerne nur auf diesem Weg gut, ist in der Lernforschung nicht belegt. Besser: Stoff auf mehreren Wegen verarbeiten - lesen, erklären, aufschreiben, abfragen.
Checkliste: gute Lernbedingungen
Tipp: Lernplätze, WLAN, Gruppenräume und Lernmaterial für Schule, Studium und Beruf gibt es in vielen Büchereien - siehe Die Bücherei als Arbeitsplatz oder direkt über die Ortssuche.
Häufige Fragen
- Welche Lernmethode ist die beste?
Es gibt nicht die eine beste Methode. Am besten belegt sind aktives Abrufen (sich selbst abfragen) und verteiltes Wiederholen. Welche Technik dafür passt - Karteikarten, Probeaufgaben, Erklären -, hängt vom Stoff ab.
- Was ist die Feynman-Methode?
Sie erklären ein Thema in einfachen Worten, als würden Sie es einem Kind beibringen. Wo Sie ins Stocken geraten, liegen Ihre Wissenslücken - die schließen Sie, und dann erklären Sie erneut.
- Gibt es Lerntypen?
Die Einteilung in feste Lerntypen ist wissenschaftlich nicht belegt. Hilfreicher ist es, Stoff auf mehreren Wegen zu verarbeiten und vor allem aktiv abzurufen.
- Wie lange am Stück sollte man lernen?
Konzentration lässt nach einer Weile spürbar nach. Bewährt sind Einheiten von 25 bis 50 Minuten mit kurzen Pausen dazwischen und einer längeren Pause nach etwa zwei Stunden.
Redaktionell geprüft von der Bibliothek.info-Redaktion · Stand: 09.10.2026

































