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Ratgeber

Die Bücherei als Arbeitsplatz

Die Büchereien sind wichtige Anlaufstellen für die Bevölkerung und stellen diesen unterschiedlichste Medien sowie anderweitige Angebote aus den Bereichen Kultur und Bildung zur Verfügung. Um den Menschen eine solche Infrastruktur bieten zu können, sind nicht nur geeignete Räumlichkeiten erforderlich, sondern auch qualifizierte Fachkräfte. Für diese ist die Bibliothek der alltägliche Arbeitsplatz, was von Nutzern zuweilen vergessen wird. Wer aber beispielsweise noch mit der Berufswahl beschäftigt ist oder sich beruflich neu orientieren möchte, kann Berufung und Beruf vereinen, indem er die Bücherei als spannenden Arbeitsplatz wahrnimmt.

Geprüft am 09.10.2026 · 4 Min. Lesezeit · 3 Quellen

Das Wichtigste in Kürze

  • Drei Wege: dreijährige Ausbildung zur/zum FaMI (Fachrichtung Bibliothek), Bachelor (Bibliothekswesen, Informationswissenschaft) oder Master für Leitungsaufgaben.
  • Gehalt im öffentlichen Dienst: FaMI starten in Entgeltgruppe 5 oder 6, Bachelor ab 9b, Master ab 13.
  • Ausbildungsvergütung (TVAöD, ab Mai 2026): rund 1.368 € im ersten bis 1.464 € im dritten Jahr.
  • Ohne Ausbildung: als Aushilfe, im Quereinstieg - oder ehrenamtlich, besonders in kirchlichen und Gemeindebüchereien.
  • Die FaMI-Ausbildung wird gerade neu geordnet; die Dauer bleibt drei Jahre.

All diejenigen, die mit dem Gedanken spielen, in der Bücherei zu arbeiten, sollten wissen, dass dies eine gewisse Qualifikation erfordert. Ohne angemessene Vorbildung stehen die Chancen schlecht. Es lohnt sich daher, sich intensiv mit der Thematik auseinanderzusetzen und zunächst hier auf bibliothek.info nachzulesen, welche beruflichen Perspektiven im Bibliothekswesen existieren.

Karriere im Bibliothekswesen

In den Büchereien werden unterschiedlichste Fachkräfte gebraucht, während auch immer wieder Stellenausschreibungen veröffentlicht werden, die sich an Hilfskräfte ohne einschlägige Vorbildung richten. Grundsätzlich muss man für die Arbeit in der Bibliothek aber schon eine gewisse Fachkompetenz mitbringen. Eine duale Ausbildung zum/zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste der Fachrichtung Bibliothek liegt dann nahe.

Darüber hinaus kann man alternativ oder aufbauend auch eine der folgenden Disziplinen studieren:

  • Informationsmanagement
  • Informationswissenschaft
  • Bibliothekswissenschaft
  • Archivwissenschaft
  • Medienmanagement

Wenn es um eine Karriere im Bibliothekswesen geht, sind regelmäßige Weiterbildungen zudem sehr empfehlenswert. Im Zuge dessen kann man sich als Fachwirt/in für Informationsdienste qualifizieren oder auch Medienfachwirt/in werden. Seminare und Lehrgänge aus den Bereichen Information, Dokumentation, Recherche und Archivwesen sind ebenfalls empfehlenswert und können die fachliche Kompetenz aus dem Bibliothekswesen sinnvoll erweitern.

Die drei Stufen im Bibliotheksberuf

Schritt 1: Ausbildung (FaMI)

3 Jahre dual, Fachrichtung Bibliothek. Ausleihe, Katalog, Beratung, Medienbearbeitung. Einstieg EG 5-6, später bis 9a.

Schritt 2: Bachelor

Bibliotheks- und Informationswissenschaft an einer Hochschule. Erwerbung, Katalogisierung, Projekte, Teamleitung. Ab EG 9b.

Schritt 3: Master

Wissenschaftlicher Dienst und Leitung, etwa Fachreferate an Unibibliotheken. Ab EG 13.

Ausbildungsvergütung im öffentlichen Dienst (TVAöD Bund/Kommunen, ab 1. Mai 2026)
AusbildungsjahrVergütung pro Monat (brutto)
1. Jahr1.368,26 €
2. Jahr1.418,20 €
3. Jahr1.464,02 €

Gut zu wissen: Die Ausbildungsordnung für Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste stammt von 1998 und wird derzeit vom Bundesinstitut für Berufsbildung neu geordnet. Die Fachrichtungen werden dabei neu zugeschnitten, die Dauer bleibt bei 36 Monaten.

Wer sollte die Bibliothek als Arbeitsplatz ins Auge fassen?

Menschen mit einschlägiger Vorbildung in Form einer Berufsausbildung oder eines abgeschlossenen Studiums sehen die Bibliothek selbstverständlich als idealen Arbeitsplatz. Dazu sollten sie zudem kommunikativ, gut organisiert und offen sein. Interesse an Büchern und anderen Medien sowie ein Bewusstsein für den Wert von Informationen sind zudem essenziell für Bibliotheksmitarbeiter/innen.

Auch Menschen aus anderen Berufen können hier karrieretechnisch durchstarten. Dies gilt vor allem für Wissenschaftler/innen, Kaufleute, Buchhändler/innen und Verwaltungsfachangestellte.

Checkliste: Passt der Beruf zu mir?

Welche Alternativen gibt es zu einer Karriere in der Bücherei?

Menschen mit einer Leidenschaft für Bücher werden längst nicht nur in Büchereien gebraucht, sondern können auch in anderen Bereichen Fuß fassen. Dessen sollten sich all diejenigen bewusst sein, die nach neuen Perspektiven suchen und das Bibliothekswesen im Blick haben, ohne sich vollends darauf festlegen zu wollen.

Typische Arbeitsplätze sind hier:

  • Buchhandlungen
  • Archive
  • Forschung und Lehre
  • Verlage
  • Bildungseinrichtungen
  • Kommunikationsagenturen
  • Museen
  • Kirchen
  • Verwaltungen
  • Antiquariate

Eine Ausbildung beziehungsweise ein Studium in Sachen Bibliothekswesen führt somit nicht unweigerlich in den Bibliotheksdienst, sondern kann vielfältige Karrierechancen bieten. Wer Bücher liebt und darin seine Berufung sieht, sollte alle beruflichen Perspektiven ausloten und gegebenenfalls eine Berufsberatung in Anspruch nehmen. Aber auch eine ehrenamtliche Tätigkeit in der örtlichen Bücherei kann eine Option sein und Interessierten die Möglichkeit bieten, sich im Bibliothekswesen zu engagieren.

Vor allem Büchereien, die durch Vereine oder andere Organisationen betrieben werden, können die Unterstützung durch Ehrenamtler gut gebrauchen. So kann man sich im Bibliothekswesen engagieren, ohne gleich einen Berufswechsel vornehmen zu müssen, der ohnehin schwierig zu realisieren sein kann.

In der Bibliothek arbeiten ohne Ausbildung

Ganz ohne Vorbildung geht es vor allem auf drei Wegen: als Aushilfe (etwa für Rücksortieren und Ausleihe, oft als Minijob oder für Studierende), im Quereinstieg mit einer verwandten Ausbildung - Buchhandel, Verwaltung, Medien - und im Ehrenamt. Viele kleine Gemeindebüchereien und die meisten katholischen und evangelischen öffentlichen Büchereien werden ganz oder teilweise von Ehrenamtlichen getragen. Wer dort mitarbeiten möchte, fragt einfach bei der Bücherei vor Ort nach - die nächste finden Sie über unsere Ortssuche.

Wege in die Bibliothek im Überblick
WegVoraussetzungVergütung
Ausbildung FaMISchulabschluss (meist mittlere Reife oder Abitur)TVAöD, danach EG 5-9a
Bachelor-StudiumHochschulreifeab EG 9b
MasterBachelorab EG 13
Aushilfe / Quereinstiegje nach Stelleje nach Stelle
EhrenamtInteresse und etwas Zeitunbezahlt

Häufige Fragen

  • Wie wird man Bibliothekar?

    Über ein Bachelor-Studium in Bibliotheks- und Informationswissenschaft an einer Hochschule. Alternativ führt die dreijährige Ausbildung zur/zum Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste, Fachrichtung Bibliothek, in den Beruf. Für Leitungs- und Fachreferatsstellen braucht es meist einen Master.

  • Was verdient ein Bibliothekar?

    Im öffentlichen Dienst richtet sich das Gehalt nach der Entgeltgruppe: FaMI starten in EG 5 oder 6, Bachelor-Absolventen ab EG 9b, Master ab EG 13. Die konkrete Höhe hängt zusätzlich von Erfahrungsstufe und Tarifvertrag (TVöD oder TV-L) ab.

  • Was verdient man in der Ausbildung zur/zum FaMI?

    Im öffentlichen Dienst (TVAöD Bund/Kommunen) seit Mai 2026 1.368,26 € im ersten, 1.418,20 € im zweiten und 1.464,02 € im dritten Ausbildungsjahr.

  • Kann man ohne Ausbildung in einer Bibliothek arbeiten?

    Ja - als Aushilfe, im Quereinstieg oder ehrenamtlich. Gerade kirchliche und kleine Gemeindebüchereien suchen oft Ehrenamtliche.

  • Wie lange dauert die Ausbildung zur/zum FaMI?

    Drei Jahre, dual in Bibliothek und Berufsschule. Die Ausbildungsordnung wird derzeit neu geordnet, an der Dauer ändert das nichts.

Redaktionell geprüft von der Bibliothek.info-Redaktion · Stand: 09.10.2026