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Verlage

Verlage sind wichtige Institutionen im Literaturgeschäft und nehmen üblicherweise die Veröffentlichung von Büchern in die Hand. Wer schreibt und das nicht nur für die Schublade, hat zumeist großen Respekt vor der Verlagswelt und träumt von einem Verlagsvertrag. In den Augen vieler Menschen wird man erst durch eine Verlagsveröffentlichung zum/zur Schriftsteller/in und kann vom Schreiben leben. Die Realität sieht allerdings anders aus, denn einerseits geht es auch ohne Verlag und andererseits wird man als Verlagsautor/in auch nicht automatisch reich.

Für Außenstehende ist das Verlagswesen oftmals ein Mysterium, so dass hier ein gewisser Klärungsbedarf besteht. Es ist zwar zutreffend, dass die im Buchhandel sowie in den Bibliotheken verfügbaren Bücher typischerweise aus etablierten Verlagen kommen, aber der Boom des Selfpublishings lässt sich dennoch nicht von der Hand weisen. Nichtsdestotrotz lohnt es sich, sich intensiv mit Verlagen zu befassen und zugleich offen für andere Wege zu sein.

 

Was macht ein Verlag?

Verlage sind ein wesentlicher Bestandteil des Literaturbetriebs und versorgen Buchhandlungen und Bibliotheken mit Büchern. Ihre Hauptaufgabe besteht in der Vervielfältigung und Veröffentlichung von Büchern und anderen Werken. Diese bringt der Verlag dann in den Handel und sorgt für Verkaufserlöse, die die Verlagskosten decken und zudem den Verfasser/innen ein Honorar bescheren.

Zunächst trifft der Verlag jedoch eine sorgsame Auswahl, denn nicht jedes angebotene Werk passt zum Verlagsprogramm und entspricht den Qualitätsstandards. Schriftsteller/innen senden daher voller Hoffnung ihre Manuskripte ein oder wenden sich an eine Literaturagentur, die das dann übernimmt. Lektorinnen und Lektoren des Verlages sichten dann die Einsendungen und treffen eine Auswahl. Nun wird das gesamte Werk lektoriert, woraufhin der Autor Überarbeitungsvorschläge erhält. Danach wird die Publikation vorbereitet und das Buch schlussendlich gedruckt,

Wie finde ich einen Verlag für mein Buch?

Der Weg vom Manuskript zum gedruckten Buch ist sehr lang und erfordert zumeist einen erfahrenen und seriösen Verlag. Wer sich über Monate oder Jahre einem Buchprojekt gewidmet hat, sehnt sich natürlich nach einer Veröffentlichung. Die Verlage erhalten allerdings zahllose Einsendungen und müssen daher einen großen Teil der Manuskripte ablehnen. Als Autor/in stellt man sich dann die Frage, wie man einen Verlag finden und aus der Masse hervorstechen kann.

In erster Linie muss das Manuskript überzeugen. Dabei ist darauf zu achten, dass das Werk zum sonstigen Verlagsprogramm passt. Zudem kann es sich gegebenenfalls lohnen, auch bei Kleinverlagen vorstellig zu werden.

Heutzutage ist es üblich, dass Schreibende nicht direkt an die Verlage herantreten, sondern sich eine Literaturagentur suchen. Falls diese Gefallen an dem Manuskript findet und die Vertretung des Autoren übernimmt, bemüht sie sich darum, das Buch bei einem Verlag unterzubringen.

Schriftsteller/innen auf Verlagssuche sollten allerdings auch wissen, dass es einige schwarze Schafe gibt. Dabei handelt es sich um sogenannte Druckkostenzuschussverlage, die jedes Manuskript annehmen und vom Verfasser einen Druckkostenzuschuss verlangen. Man soll folglich für die Veröffentlichung bezahlen, hat aber keine Aussicht auf erfolgreiche Buchverkäufe.

Wie gründe ich einen Verlag?

Dass die Verlagssuche ein schwieriges Unterfangen sein kann, zeigt sich recht schnell und sollte Schreibenden bewusst sein. Wer trotz Absagen von seinem Werk überzeugt ist, kommt mitunter auf die Idee, einen eigenen Verlag zu gründen. In der Theorie ist dies auch gar nicht besonders schwer, sofern man bereit ist, eine Selbständigkeit mit allen Konsequenzen aufzunehmen.

Als Verleger/in sollte man Kontakte zu Druckereien knüpfen und muss sich zudem Gedanken darüber machen, wie man die Bücher verkauft. In den Buchhandelsketten hat man als kleiner Selbstverlag kaum eine Chance. Daher bietet sich der Vertrieb über kleine Buchhandlungen und das Internet an. Vielen Menschen geht es aber ohnehin nicht nur darum, einen Bestseller zu landen, sondern vor allem darum, das eigene Buch in den Händen zu halten.

Wie kann man ohne Verlag veröffentlichen?

In Zeiten des Selfpublishings kann man auch ohne Verlag veröffentlichen und online beispielsweise den Dienst eines Print-on-Demand-Services in Anspruch nehmen. Dort wird das Buch nicht vorproduziert, sondern nur auf Nachfrage gedruckt. Dadurch entstehen keine Kosten, während die Dienstleister eine gute Verfügbarkeit gewährleisten. Zudem kann man sein Buch als E-Book in Eigenregie veröffentlichen und dazu beispielsweise über Kindle oder Tolino publizieren.

Man muss also keinen eigenen Verlag gründen oder das Angebot eines Druckkostenzuschussverlages akzeptieren, um außerhalb des klassischen Verlagswesens zu veröffentlichen. So manche/r Selfpublisher/in konnte bereits einen echten Erfolg landen und so mitunter nachträglich einen ersehnten Verlagsvertrag ergattern.

Die Möglichkeiten des elektronischen Publizierens

E-Books sind seit geraumer Zeit in aller Munde und bieten die ganze Bandbreite der Literatur in digitaler Form. Das Spektrum reicht von der Belletristik über Sachbücher bis hin zu wissenschaftlichen Fachbüchern.

Über einen Verlag oder auch in Eigenregie können Autoren elektronisch Publizieren und ihre Bücher für E-Book-Reader, Smartphones und andere Geräte herausgeben. Dabei haben sich vor allem die folgenden Formate etabliert:

  • PDF
  • MOBI
  • EPUB

Als Selfpublisher ohne Verlag veröffentlichen

Wer ein Sachbuch, einen Roman oder ein anderes Buch schreibt, kann heutzutage auch ohne Verlag veröffentlichen. Möglich macht dies das Selfpublishing. Zunächst handelte es sich oftmals um eine Notlösung für Autorinnen und Autoren, die keinen Verlag von ihrem Werk überzeugen konnten und dennoch nicht auf eine Veröffentlichung verzichten wollten.

Die Veröffentlichung im Eigenverlag erscheint dann als perfekte Lösung und macht die Autoren zu ambitionierten Selfpublishern. Heute wissen Schreibende die Freiheiten ohnehin sehr zu schätzen und verzichten teilweise ganz bewusst auf eine Verlagsveröffentlichung.

Wege zur Veröffentlichung ohne Verlag

Insbesondere im Bereich der elektronischen Publikation von E-Books ergeben sich für Selfpublisher/innen spannende Chancen. Amazon Kindle, Bookrix und Tolino Media sind nur einige Beispiele für Plattformen, die die einfache Veröffentlichung von E-Books ermöglichen. Für all diejenigen, die es nicht nur bei einem E-Book belassen, sondern ihr Werk gedruckt in den Händen halten wollen, sind Print-on-Demand-Dienstleister lohnende Adressen.

Diese bringen die Bücher in den Handel und drucken sie nach Bedarf, wodurch die Kosten minimal ausfallen. Man muss also keine hohen Summen investieren, um in Eigenregie Bücher zu veröffentlichen. Dass es auch ohne klassische Verlage geht, zeigt sich somit immer wieder aufs Neue.

Herausforderungen für Selfpublisher/innen

Das Selfpublishing erfreut sich seit geraumer Zeit großer Beliebtheit. Autoren und Autorinnen genießen dabei maximale Freiheiten, weil sie alles selbst in der Hand haben und keinerlei Entscheidungsgewalt an einen Verlag abtreten müssen.

Das Ganze hat allerdings auch seinen Preis, denn Selfpublisher/innen können sich nicht auf den Expertenrat und das Netzwerk ihres Verlages verlassen, sondern sind auf sich alleingestellt. Neben dem eigentlichen Schreiben erwarten sie daher auch die folgenden Aufgaben:

  • Lektorat
  • Buchsatz
  • Covergestaltung
  • Buchdruck
  • Marketing

Achtung! Tipp aus der Redaktion

Obwohl das Selfpublishing boomt und Autoren viele Freiheiten gibt, empfinden es Schreibende zuweilen noch als Ritterschlag, wenn ihre Werke in einem Verlag veröffentlicht werden.

Das klassische Verlagswesen hat also noch keineswegs ausgedient. Auf der Suche nach einem Verlag sollten Schreibende unbedingt den folgenden Tipp aus unserer Redaktion beachten.

Machen Sie einen weiten Bogen um Druckkostenzuschussverlage!

Es gibt leider einige vermeintliche Verlage, die mit der Eitelkeit von Autoren spielen und diesen eine Veröffentlichung gegen Zahlung eines sogenannten Druckkostenzuschusses in Aussicht stellen. Schreibende sollten darauf nicht eingehen und bedenken, dass Druckkostenzuschussverlage üblicherweise keine effektive Vermarktung bieten und lediglich hohe Kosten verursachen.

Gegebenenfalls ist das Selfpublishing dann die bessere Wahl, sofern sich kein klassischer Verlag finden lässt. Möglicherweise ist das Werk aber auch noch nicht veröffentlichungsreif und sollte daher noch nicht publiziert werden.

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