Das Wichtigste in Kürze
- In einer Stellungnahme vertreten Sie Ihre eigene Meinung zu einer Frage oder Aussage - und begründen sie.
- Aufbau: Einleitung mit Thema und Position, Hauptteil mit zwei bis drei Argumenten, Schluss mit Fazit.
- Jedes Argument braucht Begründung und Beispiel.
- Anders als die Erörterung muss die Stellungnahme nicht beide Seiten gleich ausführlich abwägen.
- Geschrieben wird im Präsens, sachlich und an den Adressaten angepasst.
Was ist eine Stellungnahme?
Eine Stellungnahme ist ein argumentativer Text, in dem Sie zu einer Frage, einer Aussage oder einem Text Position beziehen und diese Position mit Argumenten stützen. Die Aufforderung „Nimm Stellung“ bedeutet also: Sag, was du davon hältst - und warum. Ein Gegenargument aufzugreifen und zu entkräften macht eine Stellungnahme stärker, ist aber nicht Pflicht.
| Stellungnahme | Erörterung | |
|---|---|---|
| Ziel | eigene Meinung begründen | Streitfrage abwägen, dann urteilen |
| Gegenseite | kann kurz aufgegriffen und entkräftet werden | wird ausführlich dargestellt |
| Umfang | eher kurz, zwei bis drei Argumente | länger, Argumente beider Seiten |
| Position | steht schon in der Einleitung fest | ergibt sich am Ende aus der Abwägung |
Aufbau einer Stellungnahme
Stellungnahme in drei Teilen
Schritt 1: Einleitung
Thema bzw. Aussage nennen, Anlass oder Bezug herstellen, eigene Position in einem Satz.
Schritt 2: Hauptteil
Zwei bis drei Argumente mit Begründung und Beispiel - das stärkste zuletzt. Optional: ein Gegenargument entkräften.
Schritt 3: Schluss
Position bekräftigen, Fazit ziehen, eventuell Vorschlag oder Appell.
Beispiel: Stellungnahme zum Sportunterricht
Aufgabe: Nimm Stellung zu der Forderung, Sport solle kein Pflichtfach mehr sein.
Einleitung
In unserer Schule wird zurzeit diskutiert, ob Sport ein Wahlfach werden soll. Ich bin der Meinung, dass Sport weiterhin für alle verpflichtend bleiben muss.
Argument 1
Zum einen ist Bewegung für die Gesundheit wichtig. Viele Jugendliche sitzen nach der Schule lange vor Bildschirmen; für manche ist der Sportunterricht die einzige regelmäßige Bewegung in der Woche.
Argument 2
Zum anderen lernen wir im Sport, im Team zu arbeiten und fair zu verlieren. Wer beim Volleyball auf die anderen angewiesen ist, merkt schnell, dass man gemeinsam mehr erreicht.
Gegenargument entkräftet
Zwar sagen manche, dass unsportliche Schülerinnen und Schüler im Sportunterricht bloßgestellt werden. Dieses Problem lässt sich aber durch faire Bewertung und abwechslungsreiche Sportarten lösen - nicht durch die Abschaffung des Fachs.
Schluss
Deshalb sollte Sport ein Pflichtfach bleiben. Sinnvoll wäre es, mehr Wahlmöglichkeiten innerhalb des Fachs anzubieten, damit alle eine Sportart finden, die ihnen Spaß macht.
Formulierungshilfen
| Wofür | Formulierungen |
|---|---|
| Position nennen | „Ich bin der Meinung, dass …“ - „Meiner Ansicht nach …“ - „Ich halte … für richtig/falsch.“ |
| Argumente verbinden | „Zum einen … zum anderen …“ - „Ein weiterer Grund ist …“ - „Vor allem aber …“ |
| Beispiel einleiten | „Das zeigt sich zum Beispiel daran, dass …“ |
| Gegenargument | „Zwar … aber …“ - „Manche wenden ein, dass … Dem halte ich entgegen, …“ |
| Schluss | „Aus diesen Gründen …“ - „Zusammenfassend bleibe ich bei meiner Meinung, dass …“ |
Stellungnahme im Beruf und gegenüber Behörden
Außerhalb der Schule wird eine schriftliche Stellungnahme oft verlangt, wenn man zu einem Vorwurf, einem Vorgang oder einer geplanten Entscheidung angehört wird - etwa vom Arbeitgeber, von einer Behörde, der Schule des Kindes oder einer Hausverwaltung. Dann ist die Stellungnahme ein förmliches Dokument. Die Struktur ähnelt der Schul-Stellungnahme, wird aber um sachliche Angaben ergänzt:
| Teil | Inhalt |
|---|---|
| Kopf | Absender, Empfänger, Datum, Betreff mit Aktenzeichen oder Bezug („Ihr Schreiben vom …“) |
| Sachverhalt | kurz und nachvollziehbar darstellen, was aus Ihrer Sicht geschehen ist - mit genauen Angaben zu Datum, Ort, Beteiligten |
| Position | klar sagen, ob Sie zustimmen, widersprechen oder etwas richtigstellen |
| Begründung | Argumente logisch aufgebaut, mit Belegen (Dokumente, Zeugen, Fotos) untermauern |
| Schluss | was Sie erwarten oder vorschlagen - die Konsequenz aus Ihrer Darstellung |
| Unterschrift | bei Briefen eigenhändig, ggf. Anlagen auflisten |
Wichtig bei förmlichen Stellungnahmen: Achten Sie auf Fristen und bleiben Sie strikt sachlich - Vorwürfe oder Emotionen schaden der Glaubwürdigkeit. Hat die Stellungnahme rechtliche Folgen, etwa bei einer Abmahnung oder in einem Verwaltungsverfahren, lassen Sie sich vorher beraten, zum Beispiel vom Betriebsrat, einer Gewerkschaft oder einer Anwältin bzw. einem Anwalt.
Checkliste: Stellungnahme
Weiterlesen: Eine Stellungnahme schreibt man nicht nur in der Schule: Auch im Beruf, gegenüber Behörden oder in Vereinen wird sie verlangt. Dort gelten zusätzlich die formalen Regeln eines Briefes (Absender, Betreff, Datum) - bei rechtlichen Fragen lohnt Beratung. Verwandte Textsorten: Erörterung, Kommentar, Leserbrief und alle weiteren unter Schreiben in der Schule.
Häufige Fragen
- Was heißt „Nimm Stellung zu der Aussage“?
Sie sollen sagen, ob Sie der Aussage zustimmen, sie ablehnen oder teilweise zustimmen - und Ihre Meinung mit Argumenten und Beispielen begründen.
- Ist eine Stellungnahme eine Argumentation?
Ja, eine kurze. Anders als die Erörterung muss sie nicht beide Seiten gleich ausführlich darstellen, sondern begründet vor allem die eigene Position.
- Wie lang ist eine Stellungnahme?
Meist deutlich kürzer als eine Erörterung - in der Schule oft eine bis zwei Seiten mit zwei bis drei ausgeführten Argumenten. Den Umfang gibt die Lehrkraft vor.
- Wie beginne ich eine Stellungnahme?
Mit dem Thema oder der Aussage, zu der Sie Stellung nehmen, einem kurzen Bezug (Anlass, Situation) und Ihrer Position in einem klaren Satz.
Redaktionell geprüft von der Bibliothek.info-Redaktion · Stand: 03.11.2026





