Das Wichtigste in Kürze
- Eine Inhaltsangabe gibt den Inhalt eines Textes knapp, sachlich und in eigenen Worten wieder.
- Der Einleitungssatz nennt Titel, Autor, Textsorte, Erscheinungsjahr und Thema.
- Geschrieben wird im Präsens, ohne eigene Meinung, ohne wörtliche Rede und ohne Zitate.
- Wörtliche Rede wird zu indirekter Rede („Er sagt, er habe …“).
- Anders als ein Klappentext verrät die Inhaltsangabe auch das Ende.
Aufbau einer Inhaltsangabe
| Teil | Inhalt | Beispiel |
|---|---|---|
| Einleitung | Titel, Autor, Textsorte, Erscheinungsjahr, Thema in einem bis zwei Sätzen | „Das Märchen ‚Rotkäppchen‘ aus den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm handelt von …“ |
| Hauptteil | die wichtigsten Handlungsschritte in zeitlicher und logischer Reihenfolge | Was passiert, wer ist beteiligt, warum? |
| Schluss (nur wenn verlangt) | Ergebnis, Absicht des Textes oder kurze Deutung | oft entfällt er bei reinen Inhaltsangaben |
In dem Märchen „Rotkäppchen“ der Brüder Grimm geht es um ein Mädchen, das sich auf dem Weg zur Großmutter von einem Wolf täuschen lässt.
- Textsorte
- Titel
- Autor
- Thema
Inhaltsangabe schreiben in fünf Schritten
Von der Lektüre zur Inhaltsangabe
Schritt 1: Text zweimal lesen
Einmal für den Überblick, einmal mit Stift: Wer? Was? Wann? Wo? Warum?
Schritt 2: Abschnitte bilden
Den Text in Sinnabschnitte gliedern und jedem eine Überschrift geben.
Schritt 3: Kernaussagen notieren
Pro Abschnitt ein bis zwei Sätze - nur Wesentliches.
Schritt 4: Einleitungssatz schreiben
Titel, Autor, Textsorte, Jahr, Thema.
Schritt 5: Hauptteil formulieren
Im Präsens, sachlich, mit Verknüpfungen - dann überarbeiten.
Beispiel: Inhaltsangabe zu „Rotkäppchen“
Das Märchen „Rotkäppchen“ aus den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm handelt von einem Mädchen, das sich auf dem Weg zu seiner Großmutter von einem Wolf täuschen lässt und schließlich gerettet wird.
Rotkäppchen soll seiner kranken Großmutter Kuchen und Wein bringen. Die Mutter ermahnt es, nicht vom Weg abzukommen. Im Wald begegnet es einem Wolf, dem es erzählt, wohin es geht. Der Wolf überredet das Mädchen, Blumen zu pflücken, eilt voraus und verschlingt die Großmutter. Anschließend legt er sich in ihr Bett und frisst auch Rotkäppchen, als es ankommt.
Ein Jäger hört den Wolf schnarchen, schneidet ihm den Bauch auf und befreit die beiden. Rotkäppchen füllt den Bauch des Wolfs mit Steinen, sodass dieser stirbt. Das Mädchen nimmt sich vor, nie wieder vom Weg abzuweichen, wenn die Mutter es verboten hat.
Regeln: Was darf in eine Inhaltsangabe - und was nicht?
| Nicht so … | sondern so |
|---|---|
| „Rotkäppchen ging in den Wald.“ (Präteritum) | „Rotkäppchen geht in den Wald.“ (Präsens) |
| „Wo gehst du hin?“, fragt der Wolf. (wörtliche Rede) | Der Wolf fragt, wohin sie gehe. (indirekte Rede) |
| „Der böse Wolf ist echt gemein.“ (Wertung) | Der Wolf täuscht das Mädchen. (sachlich) |
| „Und dann … und dann …“ (Erzählton) | Verknüpfungen: „Anschließend“, „daraufhin“, „weil“ |
| Zitate aus dem Text | eigene Worte |
| Spannung aufbauen | Handlung einfach und vollständig wiedergeben - auch das Ende |
Tipp: Sinnesabschnitte bilden
Am besten gelingt eine gute Inhaltsangabe, wenn Sie den Originaltext zunächst in Sinnesabschnitte gliedern - Abschnitte, in denen jeweils ein Handlungsschritt passiert, etwa ein Ortswechsel, eine neue Figur oder eine Wendung. Zu jedem Abschnitt notieren Sie eine Überschrift und einen Satz. Diese Stichpunkte bilden später die Struktur des Hauptteils. So konzentrieren Sie sich auf die wesentlichen Inhalte und zeigen, dass Sie den Inhalt verstanden haben. Eine Faustregel: Die Inhaltsangabe ist nie länger als ein Drittel des Originaltextes, bei Romanen und Büchern natürlich viel kürzer.
| Textart / Klasse | Worauf achten |
|---|---|
| Märchen, Fabel (ab Klasse 5) | Hauptfiguren und Handlungsschritte in der richtigen Reihenfolge, Lehre der Fabel im Schluss |
| Kurzgeschichte (ab Klasse 7) | Wendepunkt herausarbeiten, offenes Ende nicht „auflösen“ |
| Kapitel eines Jugendbuchs | nur das Kapitel zusammenfassen, kurz einordnen, wo es im Buch steht |
| Roman oder ganzes Buch | Haupthandlung statt Nebenhandlungen, gröbere Abschnitte |
| Sachtext, Zeitungsartikel | Thema, Hauptaussage und Argumente statt Handlung; Absicht des Verfassers |
| Oberstufe | Inhaltsangabe oft als erster Teil einer Interpretation - knapp, präzise, mit Deutungshypothese danach |
Ob ein Schlussteil mit persönlicher Einschätzung gehört, hängt von der Aufgabe ab: In der reinen Inhaltsangabe meist nicht, in manchen Klassenstufen ist ein kurzer Satz zur Absicht oder Wirkung des Textes erwünscht. Achten Sie auf die Formulierung in der Aufgabe - im Zweifel fragen Sie Ihre Lehrkraft.
Checkliste: Inhaltsangabe
Nicht verwechseln: Inhaltsangabe, Klappentext und Rezension werden oft verwechselt: Die Inhaltsangabe gibt den Inhalt neutral und vollständig wieder, der Klappentext macht neugierig und verschweigt das Ende, die Rezension bewertet. Weitere Textsorten unter Schreiben in der Schule.
Häufige Fragen
- Wie fängt man eine Inhaltsangabe an?
Mit einem Einleitungssatz, der Titel, Autor, Textsorte, Erscheinungsjahr (wenn bekannt) und das Thema nennt - also worum es im Kern geht.
- In welcher Zeitform schreibt man eine Inhaltsangabe?
Im Präsens. Was vor der Haupthandlung geschehen ist, steht im Perfekt.
- Was darf man in einer Inhaltsangabe nicht schreiben?
Keine eigene Meinung, keine wörtliche Rede, keine Zitate, keine Spannungselemente und keine Nebensächlichkeiten. Auch der Erzählton mit „und dann“ gehört nicht hinein.
- Wie wird wörtliche Rede umgewandelt?
In indirekte Rede, meist im Konjunktiv I: Aus „Ich komme morgen“ wird „Er sagt, er komme morgen.“
- Wie lang ist eine Inhaltsangabe?
Deutlich kürzer als der Ausgangstext - als Faustregel etwa ein Drittel bis ein Viertel bei kurzen Texten, bei Romanen noch kürzer. Die Vorgabe der Lehrkraft geht vor.
Redaktionell geprüft von der Bibliothek.info-Redaktion · Stand: 03.11.2026





