Das Wichtigste in Kürze
- Ein Buch entsteht in Etappen: Idee, Plan, Rohfassung, Überarbeitung, Lektorat - das Überarbeiten dauert oft länger als das Schreiben.
- Zum Veröffentlichen gibt es zwei Wege: Verlag (Bewerbung mit Exposé und Leseprobe) oder Selfpublishing (alles selbst, volle Kontrolle).
- Seriöse Verlage verlangen kein Geld von Autorinnen und Autoren - Vorsicht bei Zuschussverlagen.
- Für den Buchhandel braucht ein Buch eine ISBN; Selfpublishing-Dienstleister vergeben sie oft im Paket.
- Jedes in Deutschland erscheinende Buch muss in zwei Exemplaren an die Deutsche Nationalbibliothek - auch im Selbstverlag.
Ein Buch schreiben: vom Plan zur Rohfassung
Fünf Etappen zum Manuskript
Schritt 1: Idee schärfen
In zwei Sätzen sagen können, worum es geht und für wen das Buch ist.
Schritt 2: Plan machen
Gliederung oder Kapitelplan; bei Romanen Figuren, Konflikt, Ende.
Schritt 3: Rohfassung schreiben
Feste Schreibzeiten, Tagesziel in Wörtern - Perfektion kommt später.
Schritt 4: Überarbeiten
Mit Abstand lesen, kürzen, umstellen; Testleser fragen.
Danach folgt das Lektorat und das Korrektorat - im Verlag übernimmt das der Verlag, beim Selfpublishing beauftragen Sie es selbst. Hilfe bei Blockaden und Übungen finden Sie im Ratgeber Kreatives Schreiben.
Verlag oder Selfpublishing?
| Verlag | Selfpublishing | |
|---|---|---|
| Kosten für Sie | keine (seriöse Verlage) | je nach Leistung: Lektorat, Cover, Druck |
| Einnahmen | Honorar/Tantiemen, oft eher niedrig | höherer Anteil pro verkauftem Buch |
| Kontrolle | Verlag entscheidet mit (Titel, Cover) | alles in eigener Hand |
| Tempo | oft ein Jahr und länger | wenige Wochen möglich |
| Buchhandel | Vertrieb durch den Verlag | über Dienstleister möglich, Präsenz im Laden schwerer |
| Marketing | Verlag unterstützt | selbst organisieren |
Vorsicht: Verlangt ein „Verlag“ von Ihnen einen Zuschuss für Druck oder Werbung, handelt es sich meist um einen Druckkostenzuschussverlag. Seriöse Publikumsverlage tragen das wirtschaftliche Risiko selbst. Mehr dazu im Ratgeber Achtung beim Publizieren.
ISBN und Pflichtexemplar
Die ISBN (Internationale Standardbuchnummer) macht ein Buch im Buchhandel bestellbar. In Deutschland vergibt sie die ISBN-Agentur bei der MVB in Frankfurt. Wer über einen Selfpublishing-Dienstleister veröffentlicht, bekommt die ISBN oft im Paket; wer im eigenen Verlag erscheint, kauft sie selbst - die aktuellen Preise nennt die ISBN-Agentur.
Außerdem gilt die Pflichtablieferung: Erscheint ein gedrucktes Buch in Deutschland, müssen zwei Exemplare unaufgefordert und kostenlos an die Deutsche Nationalbibliothek gehen - innerhalb einer Woche nach Erscheinen. Das gilt auch für Selbstverlage und Self-Publisher mit Sitz in Deutschland. Je nach Bundesland gehen sie nach Leipzig oder Frankfurt am Main; zusätzlich verlangen viele Länder ein Exemplar für ihre Landesbibliothek.
Checkliste vor der Veröffentlichung
Häufige Fragen
- Wie lange dauert es, ein Buch zu schreiben?
Das ist sehr unterschiedlich: Manche schreiben eine Rohfassung in wenigen Monaten, andere brauchen Jahre. Für das Überarbeiten sollten Sie mindestens so viel Zeit einplanen wie für das Schreiben.
- Kostet es Geld, ein Buch bei einem Verlag zu veröffentlichen?
Bei seriösen Verlagen nicht - sie tragen Lektorat, Herstellung und Vertrieb und zahlen Ihnen ein Honorar. Wer Geld verlangt, ist meist ein Druckkostenzuschussverlag.
- Brauche ich eine ISBN?
Für den Verkauf über den Buchhandel ja. Für ein privates Buch, etwa eine Familienchronik in kleiner Auflage, ist sie nicht nötig.
- Muss ich mein Buch an die Nationalbibliothek schicken?
Ja. Wer in Deutschland ein Buch veröffentlicht - auch im Selbstverlag -, muss zwei Exemplare innerhalb einer Woche nach Erscheinen an die Deutsche Nationalbibliothek liefern, unaufgefordert und kostenlos.
Quellen
Redaktionell geprüft von der Bibliothek.info-Redaktion · Stand: 09.10.2026
































