Das Wichtigste in Kürze
- Direktes Zitat: wörtlich, in Anführungszeichen, mit Seitenangabe.
- Indirektes Zitat: sinngemäß in eigenen Worten - Quelle trotzdem angeben (oft mit „vgl.“).
- Zwei verbreitete Systeme: Autor-Jahr im Text (z. B. APA) oder Fußnoten (deutsche Zitierweise).
- Jede zitierte Quelle gehört ins Literaturverzeichnis - einheitlich formatiert.
- Zitieren ist erlaubt, wenn es einem Zweck dient und im Umfang angemessen ist (§ 51 Urheberrechtsgesetz).
An den Hochschulen werden dazu verschiedene Kurse und Seminare angeboten. Die Bibliotheken können in diesem Zusammenhang ebenfalls sehr hilfreich sein, weshalb die betreffenden Angebote unbedingt wahrgenommen werden sollten.
Die Rolle von Zitaten in wissenschaftlichen Arbeiten
Aufgrund der hohen Relevanz des Zitierens sollen vielfach bereits Schüler/innen an dieses Thema herangeführt werden. In der Oberstufe werden daher häufig Facharbeiten verlangt, die auch Zitate enthalten. Spätestens im Zuge eines Studiums sind Zitate unverzichtbar und wesentliche Elemente des wissenschaftlichen Arbeitens. Um zu verstehen, warum dies so ist, sollte man wissen, dass ein Zitat als wörtliche oder inhaltliche Übernahme aus einem anderen Text oder anderweitigem Medium zu verstehen ist.
Grundsätzlich sollen wissenschaftliche Arbeiten veranschaulichen, dass sich der Verfasser eigenständig mit einem wissenschaftlichen Thema auseinandersetzen kann. Abgesehen davon, dass solche Arbeiten zur Erlangung akademischer Grade unverzichtbar sind, tragen sie auch zum Fortschritt in der Forschung bei und sind folglich nicht aus der Wissenschaft wegzudenken.
Zitate spielen dabei stets eine große Rolle und übernehmen vor allem die folgenden Funktionen:
- Zitate zeigen, dass man mit anderen wissenschaftlichen Texten gearbeitet hat und sich auf diese beruft.
- Zitate sorgen für eine Anerkennung wissenschaftlicher Arbeiten und machen den Inhalt nachprüfbar.
- Durch das richtige Zitieren machen Verfasser wissenschaftlicher Arbeiten deutlich, dass sie Ideen und Erkenntnisse anderer Autoren übernehmen und anführen.
Erst durch Zitate wird eine Arbeit zu einer wissenschaftlichen Arbeit, denn nur indem man sich auf andere Autoren beruft und deren Arbeiten studiert, vermeidet man unnötige Wiederholungen und integriert sich stattdessen in die wissenschaftliche Gemeinschaft.
| Direktes Zitat | Indirektes Zitat | |
|---|---|---|
| Was | wörtliche Übernahme | sinngemäße Wiedergabe in eigenen Worten |
| Kennzeichnung | Anführungszeichen | keine Anführungszeichen, oft „vgl.“ |
| Quellenangabe | immer, mit Seitenzahl | immer, Seitenzahl empfohlen |
| Einsetzen, wenn … | der genaue Wortlaut wichtig ist (Definition, Kernaussage) | Sie Gedanken zusammenfassen oder vergleichen |
Richtiges Zitieren – So geht’s
Das richtige Zitieren ist wichtig, um eigene Ideen von Erkenntnissen anderer Autoren abzugrenzen. Zudem untermauern anerkannte Quellen die eigene wissenschaftliche Arbeit und sind folglich nicht zu unterschätzen. Spätestens im Studium lernt man, wie man Zitate korrekt verwendet, um anderen Wissenschaftlern Respekt zu zollen, der Norm zu entsprechen und etwaige Plagiate zu vermeiden. Wer falsch zitiert oder Zitate nicht kenntlich macht, macht sich des Betruges schuldig und hat den Kern des wissenschaftlichen Arbeitens nicht verstanden.
Das richtige Zitieren gehört zu den grundlegenden Kompetenzen, die Studierende erlangen. Diese sollten wissen, dass es dabei vor allem auf die folgenden Punkte ankommt:
- Deutsche Zitierweise
Das Zitat wird wortwörtlich übernommen und in Anführungszeichen gesetzt. Hinter dem Zitat findet sich der Verweis auf eine Fußnote, die am Ende der jeweiligen Seite zu finden ist und Angaben über den Autor, das Werk, das Veröffentlichungsjahr und die betreffende Seite enthält. - Amerikanische Zitierweise
Das Zitat wird wortwörtlich übernommen und in Anführungszeichen gesetzt. Danach werden der Autor, das Werk, das Jahr der Veröffentlichung sowie die betreffende Seite direkt in Klammern angegeben.
Unabhängig von der Zitierweise darf ein Literaturverzeichnis nicht fehlen, das nicht nur die Quellen der Zitate enthält, sondern sämtliche Literatur aufführt, die für die vorliegende wissenschaftliche Arbeit verwendet wurde.
Für das richtige Zitieren ist es wichtig, die Anforderungen der Hochschule beziehungsweise Fakultät zu kennen. Oftmals werden Leitfäden zur Verfügung gestellt, die die Anforderungen auflisten. Ansonsten lohnt sich auch der Weg in die Bibliothek, denn abgesehen von Ratgebern rund um das wissenschaftliche Arbeiten findet man hier auch so manchen Kurs beziehungsweise das eine oder andere Seminar rund ums Zitieren.
Beispiele: So sieht es aus
| Stil | Im Text | Im Literaturverzeichnis |
|---|---|---|
| APA (Autor-Jahr) | … im Schnitt 238 Wörter pro Minute (Brysbaert, 2019, S. 1). | Brysbaert, M. (2019). How many words do we read per minute? A review and meta-analysis of reading rate. Journal of Memory and Language, 109, 104047. https://doi.org/10.1016/j.jml.2019.104047 |
| Deutsche Zitierweise (Fußnote) | … im Schnitt 238 Wörter pro Minute.¹ ¹ Vgl. Brysbaert, How many words, 2019, S. 1. | Brysbaert, Marc: How many words do we read per minute? A review and meta-analysis of reading rate, in: Journal of Memory and Language 109 (2019), 104047. |
Checkliste gegen Plagiate
Quellen sammeln und Literaturverzeichnisse automatisch erstellen lassen: siehe Ratgeber Literaturverwaltung. Gute Quellen finden Sie über die Datenbanken der Bibliothek.
Häufige Fragen
- Was ist der Unterschied zwischen direktem und indirektem Zitat?
Ein direktes Zitat übernimmt den Wortlaut und steht in Anführungszeichen. Ein indirektes Zitat gibt den Gedanken in eigenen Worten wieder. Beide brauchen eine Quellenangabe.
- Welchen Zitierstil soll ich verwenden?
Den, den Ihre Schule, Hochschule oder Ihr Fach vorgibt. Verbreitet sind Autor-Jahr-Systeme wie APA und die deutsche Zitierweise mit Fußnoten. Wichtig ist, einen Stil einheitlich zu verwenden.
- Darf ich einfach aus anderen Werken zitieren?
Ja, wenn das Zitat einem Zweck dient - etwa der Auseinandersetzung mit dem Inhalt - und der Umfang dadurch gerechtfertigt ist. So regelt es § 51 des Urheberrechtsgesetzes.
Redaktionell geprüft von der Bibliothek.info-Redaktion · Stand: 09.10.2026





